Noch immer bin ich DER Innenarchitekt und Gartengestalter. Ich helfe täglich dabei, die erste von drei Palmen auszupacken. Die Polsterfolie entfernt, geht’s mit meinen starken Beisserchen an die Styroporplatten darunter. Und wie cool ist das denn? Obendrauf liegt Strohwolle, die ich überall Spuren legend fleissig verteile, um zu zeigen, dass ich da war!

Die Wettrennen mit Bobtail Dean im Garten sind das Highlight meiner Woche! Wir rasen über die Kieswege, die Terrassendielen und durch die Rabatte, ich mit ausgestreckter Rute, das Ganze flink hin und her, bis wir gemeinsam gewinnen und unsere Dreckpfoten sich auf dem sauberen Wohnzimmerboden messen lassen. Deans Spuren sind noch immer grösser als meine, doch ich wachse sichtlich.

Auch nennt man mich den ‘Fahrenden’, da ich meine Stoffbox im Wohnzimmer öfters von A nach B zügle. Sie steht aber immer wieder dort, wo man sie anfangs platziert hatte…

Zweimal versuche ich erfolgreich, das schlammfarbene Lammfell von der Polstergruppe im Wintergarten zu fassen. Da ich gewachsen bin, reicht meine Akrobatik, um sie zu erwischen. Man nimmt sie mir aber sofort wieder weg, da ich sie mit meinem erdverschmierten Maul nach der Umgrabung eines Blumentopfs im Garten verdreckt habe. Wollte ich doch gar nicht… Aber die ist doch toll zum Knabbern und um mich kuschelig draufzulegen!

Wie ich dann wieder nach der Plüschkatze auf dem Panorama-Liegeplatz fasse, gibt es ordentlich Schelte von meinem Chef. Ok – vielleicht schaffe ich es, sie in Ruhe zu lassen… wenigstens für heute. Herrchen und Frauchen freuen sich, dass ich ihre Schuhe endlich keines Blickes mehr würdige. Dafür habe ich das Kaminholz entdeckt. Ein Scheit darf neben mir auf der Decke liegen.

Nach den Ostertagen geht es zeitweise ins Büro, wo ich Mali treffen darf und öfters in der Box dösen soll. Am Donnerstag mache ich die Probe aufs Exempel: Ich jaule 1 Stunde lang in der Box. Er hat den längeren Schnauf! Ich werde erst rausgelassen, als ich aufgebe und darf kurz ins Gärtchen runter, bevor es nach Hause geht.

Wenn ich Pipi machen gehe, findet dies meistens im oberen Gartenteil statt. Ich übe weiterhin das Beinheben, was ganz gut geht, auch wenn mir meine Rute helfen muss, zu balancieren oder ich trotz aller Bemühung auch einmal umkippe.

Wenn Domi beide Gassirunden bewältigen muss, komme ich zuerst dran. Wenn wir zurück sind, darf ich in der Autobox in der Garage am Kalbsstick kauend darauf warten, dass sie von der Runde mit den Grossen zurückkommt. Dann gibt es Pipihalt im Garten und frisches Wasser zum Schlürfen. Ich mag diese Rituale.

Wir gehen alle zusammen eine kurze Runde drehen Richtung nahem Bauernhof. Dort stehen die Rinder nicht im Freilaufstall, sondern in Sichtweite auf der Weide nahe unserem Weg. Wir kommen dort an und bleiben stehen. Die grossen dunklen Tiere machen mir etwas Angst. Aber da sie bleiben, wo sie sind und ich mich bei Domi sicher fühlen kann, beobachte ich sie und lasse alles auf mich wirken. Es riecht nach Frühling!

Write A Comment