Meine 3. Woche

Ich bin nun in meiner 11. Lebenswoche angekommen und wiege Mitte dieser Woche satte 7,4 kg. Man sagt, ich wachse rasch… Schon zum 3. Mal müssen meine Näpfe um einige Centimeter nach oben verändert werden. Bald habe ich Leons Höhe. Ich versuche auch immer wieder, in seine 2 Näpfe hineinzuschauen.

Meine Menschen finden mich, so empfinde ich es, oft als drollig, knuddelig und liebenswert, manchmal aber auch als sehr anstrengend und aufmüpfig-frech. Zum Beispiel belle ich, wenn sie für etwas, was sie nicht mögen, mehrmals ’nein‘ sagen müssen. Das finde ich dann, wie sie, gar nicht lustig. Ich muss das doch entdecken und mit den Zähnen fühlen; es heißt ja, mit allen Sinnen im Hier und Jetzt… oder so.

Gemütlichkeit

Der Montag ist voll chillig – einer der Tage, wo man sagt, es sei wie Ferien. Mag für mich bedeuten: fressen, spielen, ruhen. Dafür habe ich mir die hintere linke Ecke im Speiseraum zwischen Eingang/Küche und Garage ausgesucht. Ich fühle mich im fensterlosen offenen Raum in der Ecke wohl. Dort ist eine Ecke ohne Teppich. Der kühle Betonboden behagt mir, im Rücken der aufgerollte und aufgestellte Teppich des Eingangsbereichs, der nicht als mein Versäuberungsplatz gelten soll. Manchmal fällt diese weiche Rolle durch meine Bewegungen im Schlaf um – es scheppert kurz, ich schaue verdutzt – doch nichts ist passiert, ausser es kommt jemand, um alles wieder zu ordnen. So geht’s auch täglich den Schuhen im offenen Gestell an der gegenüber liegenden Wand an den Kragen. Ich nehme sie, farblich geordnet, schön raus, und sie räumen um.

Am späteren Nachmittag darf ich wieder ins Büro, wenn meine Chefin zur Sitzung an ihren Arbeitsplatz in der Schule fahren muss. Auch dort kenne ich mich schon recht gut aus, darf kurz mit Mali spielen und schmusen, bevor ich Papiersäcken den Garaus mache, den Zeitungsständer auseinandernehme oder eine Kartonrolle von ihren Leckerchen befreie. Vom vielen Hinunter- und Hinaufträgen sieht mein Chef täglich, wie viel ich zu seiner Tagesfitness beitrage, die er an seiner neuen Uhr ablesen kann. Das findet er genial, denn sein Blick weilt doch sehr oft drauf. Ich will auch elektronisch vernetzt sein. Wie stelle ich das heute an?

Jedenfalls sind abends meine Menschen mindestens so todmüde wie ich, am Dienstag so sehr, dass sie den Wecker haben stellen müssen, um mich voraussichtlich zum Letzten Pipi rauszulassen, bevor die Nacht uns in Träume hüllt.

Nächtliches Verhalten

Ich habe bereits einige Male auch im Schlafzimmer meine Blase und Därme von ihrem Druck befreit. Nun haben meine zwei Grossonkels doch tatsächlich den Codex bekannt gegeben: Dean legt sich quer zwischen Bett und Fenster am Boden neben meine Chefin, die friedlich im Bett schlummert. Auf der anderen Seite verbarrikadiert Leon den Durchgang über die Ankleide zur Zimmertür, indem er sich quer zwischen Bett und Badewanne breit macht. Ich habe keine Chance mehr, selbstständig zur Tür zu kommen, wo ich meine, es sei angebracht, sich dort zu versäubern. Auch wecke ich nachts um 2 Uhr meine Chefin, indem ich sie, auf den hinteren Pfoten stehend, anstupse. So komme ich schnell in den Garten im Erdgeschoss, sodass es dort scheinbar gewollt passiert, dass ich mich löse. Um halb 5 ist dann mein Herrchen wach, um das Ganze zu wiederholen und seinen Tag zu beginnen.

Das viele Futter heute muss ja irgendwo hin. Heute muss ich mich davon über 24 Stunden hin mehrfach befreien. Riesige Haufen entledige ich, vor allem nachts, da ich tagsüber viel gedöst habe, überall im Haus, statt dies draussen zu tun. Meine Menschen müssen stinkreich sein – ich habe tatsächlich und  klar eine private Klofrau! Übrigens habe ich heute zum ersten Mal beim Pinkeln mein Bein gehoben. Ich bin ja soo krass!

Dass ich gerne Freilauf habe, weiss man schon. Meine Territoriumsgrenze soll heute etwas ausgeweitet werden. Ich habe es erneut geschafft, bevor weitere Heringe gesetzt werden, auf dass nichts mehr unternommen werden muss, da die Dekogräser den Zäunen entlang schnell wachsen werden! Diesmal belle ich von außen vor dem Gartentor im Norden. Mein Frauchen merkt dies, will die Schlüssel holen, um mich rein zu lassen, doch bis sie zurück ist, hocke ich vor der Haustür auf der Matte. Gelungen! Ich kluges Kerlchen habe sie wieder überrascht!

Am Sonntag geht es wieder gemütlich zu und her. Beim Morgenspaziergang mit Frauchen übe ich Gelerntes: An der lockeren Leine gehen ohne Druck, Sitz, Platz an passenden Stellen und die Hausaufgabe ‚Steh‘, die ich noch nicht ganz verstehe. Derweil sind die Grossen mit Herrchen unterwegs, und bis die zurück sind, ist unser aller Futter bereit. Heute scheinen alle etwas müde zu sein. Es herrscht schlechtes Wetter, die kurzen Spaziergänge lockern den Tag auf. Schönen Sonntag! ‚Wir lieben dich, Boomer!‘ 🙂

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