{"id":401,"date":"2023-05-01T16:00:47","date_gmt":"2023-05-01T16:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.myboomer.ch\/?p=401"},"modified":"2023-05-01T16:01:06","modified_gmt":"2023-05-01T16:01:06","slug":"woche-67-bunt-gemischte-erlebnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.myboomer.ch\/index.php\/2023\/05\/01\/woche-67-bunt-gemischte-erlebnisse\/","title":{"rendered":"Woche 6+7: Bunt gemischte Erlebnisse"},"content":{"rendered":"<p>In der 6. Woche in meinem neuen Zuhause l\u00e4uft alles ganz \u00e4hnlich wie in der Woche zuvor. Leider regnet es dauernd und es ist kalt. Da dies nicht sehr einladend ist, hat mein Frauchen wohl beschlossen, krank zu sein. Schliesslich hat sie noch Ferien und hat darum Zeit daf\u00fcr, haha! Gute Lehrer fehlen in den Ferien, sagt sie dann auch mal. Ich verstehe das nicht. Aber ich registriere, dass sie viel rum liegt, vor allem im Bett und unendlich lange schl\u00e4ft, w\u00e4hrend dem mein Herrchen in seiner Freizeit mindestens 2 Augen auf mich programmiert, sodass ich kaum etwas anstellen kann. Ich bin aber auch recht brav, denn mein Frauchen tut mir echt leid.<\/p>\n<p>So sind ihre Pl\u00e4ne, mit mir in die Stadt zu gehen, im Kaffee zu sitzen und Neues zu bestaunen, sprichw\u00f6rtlich ins Wasser gefallen. Auch zum Postauto- und Zugfahren kommen wir aus genannten Gr\u00fcnden nicht. Einige Male besuchen wir zu Fuss nach dem B\u00fcroaufenthalt den Bahnhof, was mich nicht mehr erschrecken kann. Ich bin ja soo gross! Hat sie nach dem Abholen keine Gutelis dabei, ist es f\u00fcr mich nicht ganz einfach, mich nicht von allem M\u00f6glichen ablenken zu lassen. Trotzdem erreichen wir den Bahnhofplatz in K\u00fcrze und schauen dem emsigen Treiben etwas zu. Menschen sind auch mit grossen 2-r\u00e4drigen Vehikeln unterwegs oder tragen schwere Lasten. Kaum jemand hat einen Hund dabei. Doch einige Artgenossen beobachten kann ich doch. Keiner sieht aus wie ich.<\/p>\n<p>Anfangs der Woche 7 darf ich mit meinem Herrchen per Auto wegfahren, um Bankenluft zu schnuppern. Er will dort einen gesch\u00e4ftlichen Termin wahrnehmen. Weil man mich dort noch nicht kennt, darf ich mich wieder einmal wie DER Star f\u00fchlen, denn schon beim Eintreten sind mir diverse J\u00f6\u2019s sicher! Ich bin der Sch\u00f6nste, coolste Vierbeiner auf Erden! Um in sein B\u00fcro zu gelangen, m\u00fcssen wir in einem dubiosen Kasten an H\u00f6he gewinnen. Davor gibt es einen hellgrau bemalten Betonboden, den zu betreten mir nicht geheuer ist. Trotzdem schaffe ich es, denn ich bin auch sehr mutig. Der anschliessend folgende Teppichboden gef\u00e4llt mir viel besser. Den sogenannten Lift \u00fcberwinden wir relativ sicher. Gut, dass mich niemand kennt. Wie ein Hosenscheisser benehme ich mich beim Betreten dieser Kabine! Das muss ja aussehen, wie ich mich mit allen Vieren wehre, was aber nichts n\u00fctzt. Der Bankleiter hat wohl etwas zu feiern. Ich darf alle m\u00f6glichen Arten von Geschenkpapier zerfleddern. Er liebt Hunde wie viele Zweibeiner, was mich sehr freut. Mir ist nie langweilig, wenn ich etwas zerreissen darf. Der gleiche R\u00fcckweg zum Auto f\u00e4llt mir schon sehr viel leichter. Das kenn ich doch alles!<\/p>\n<p>Diese beiden Wochen sind sehr nass vom vielen Regnen. Dean teilt mit mir seinen k\u00fchlen Platz unter dem Terrassentisch, wo der Holzboden einigermassen trocken ist. R\u00e4umliche Geborgenheit ist mir sehr wichtig. Ich geniesse mehr und mehr die Aufenthalte in der Box im B\u00fcro oder in meines Frauchens grossem Auto, wo ich mich gerne anstelle, um in der k\u00fchlen Garage auszuruhen. Da kann ich mich gut zur\u00fccknehmen, was im Speiseraum nicht immer geht, da Leon und ich dieselben Lieblingspl\u00e4tze f\u00fcr sich beanspruchen m\u00f6chten. Macht er sich absichtlich lang, muss ich weichen. Jaja, ich weiss \u2013 er war vor mir da\u2026<\/p>\n<p>Im B\u00fcro darf ich nicht mehr zu Beginn mit Mali spielen, da ich sonst nicht zur Ruhe komme. Ich empfinde stark Mali-Entzug und kl\u00e4ffe oft umher. Das Spiel mit ihr wird zeitlich verschoben. Es gibt da einen gr\u00fcnen Frottierlappen, mit welchem wir ab und zu Zerrspiele veranstalten. Wir spielen dann etwas \u00c4hnliches wie es die \u2018B\u00f6sen\u2019 \ud83d\ude09 tun. Gewinnen tun wir dann meist beide. Einmal flute ich Malis Box, da ich mit meinen grossen Vorderpfoten auf die Kante ihres gef\u00fcllten Wassernapfes tappe. Alles ist nass, und Mali muss neben der Box d\u00f6sen, bis alles wieder trocken ist.<\/p>\n<p>Diese Woche versuche ich, meiner Eigenwilligkeit mit kr\u00e4ftigem Kl\u00e4ffen Ausdruck zu verleihen. Meine Stimme ist wenig tiefer geworden und ich finde, sie h\u00f6rt sich toll an. Dass man mich \u2018Nervens\u00e4ge\u2019 nennt, k\u00fcmmert mich wenig, auch wenn das Kl\u00e4ffen bewusst zu ignorieren abgemacht ist. Wer hat da wohl die bessere Ausdauer? Ich bestimmt\u2026 oder?<\/p>\n<p>Ab und zu versuche ich auch, die handlichen Ger\u00e4te zu nehmen, die man zum TV schauen braucht. Gegen Belohnung tausche ich sie aber gerne sofort und verzichte auf das Handeln.<\/p>\n<p>Auf der Terrasse bieten sich noch immer die feinen Blumenzwiebeln der Agapanthus an, die noch nicht zu wachsen bereit, aber von mir gut auszugraben sind. Ich spiele dann ein bisschen mit der Knolle, bis ich daran herum kaue. Nat\u00fcrlich nimmt man sie mir wieder weg. Denn ich merke scheinbar noch immer nicht, dass mich diese Teile wohl zum Erbrechen bringen. Einmal hatte ich fr\u00fchmorgens sogar Blut im Stuhl, doch nur einmal, und ich brauchte keinen Pfotendoc.<\/p>\n<p>Noch immer sind Kleider auf den St\u00fchlen im Obergeschoss mein klares Beuteschema, und auch die Decke und Kissen im Wohnzimmer ziehen mich immer wieder magisch an. Aber man weiss klar, dass ich mich echt um Besserung bem\u00fche\u2026 meistens.<\/p>\n<p>Im Wintergarten haben sie 3 der 5 Transportkisten wieder abger\u00e4umt, in der Hoffnung, dass ich nicht wieder diese hellen Polster hoch zu den Kissen, Lammfellen und weichen Decken besteige. Denkste! Jetzt kann ich doch wieder rauf klettern! Au weia, das gibt wieder \u00c4rger! Ok, bis demn\u00e4chst\u2026<\/p>\n<p>Im Garten brauchen sie keinen Rasenm\u00e4her, denn es gibt keinen Rasen. H\u00f6lzerne Terrassenb\u00f6den und Kieswege werden \u00fcberall von hohem Ziergras eingefasst, die im Wachstum stehen, doch am Osthang befinden sich niedrigere dichte Ziergr\u00e4serb\u00fcschel, die richtig einladend darauf warten, dass ich mich reinlege, dort kuschle und dabei an den Gr\u00e4sern beisse. Ich bin der Gr\u00e4serm\u00e4her schlechthin. (Vielleicht tut mir dies aber genauso wenig gut wie die Blumenzwiebeln, die ich in Ruhe lasse, wenn sie schon h\u00fcbsch bl\u00fchen.) L\u00f6cher buddeln ist nicht mehr mein Hobby, denn es macht keinen Spass, wenn man auf Mauer trifft und so kein Ausreissen m\u00f6glich ist. Auch die Zaunquadrate sind immer kleiner geworden, sodass ich nicht mehr durchspringen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der 6. Woche in meinem neuen Zuhause l\u00e4uft alles ganz \u00e4hnlich wie in der Woche zuvor. Leider regnet es dauernd und es ist kalt. 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